Sonnenblume drechseln

Werkbericht von Holger Graf

Sonnenblumen verleihen den Feldern und Gärten bis in den Herbst hinein einen schönen Farbakzent. In dieser Anleitung nehmen wir uns ihre Blüten zum Vorbild und drechseln eine Sonnenblume aus Holz. Was auf den ersten Blick einfach aussieht, hat es allerdings in sich: Besonders das Drechseln der Blütenblätter erfordert etwas Übung und scharfe Drechseleisen. Einsteiger mit ersten Drechselerfahrungen können dabei ihre Fertigkeiten erproben und erweitern. Fortgeschrittene erwartet ein Projekt mit überschaubarem Aufwand und beeindruckender Wirkung. Die fertige Blume ist eine schöne Dekoration und eignet sich als kleines Geschenk, an dem Blumenfreunde lange Freude haben.

  1. Für die Sonnenblume verwenden wir ein bereits gehobeltes Ahornbrett mit einer Materialstärke von 28 mm. Der Zuschnitt sollte mindestens 190 × 190 mm groß sein.
  2. Die passende Vorlage stellen wir Dir als PDF-Download bereit. Mit dem Gutscheincode auf Seite 21 der Ausgabe 76 kannst Du sie kostenfrei herunterladen.
  3. Auf der glatten, gehobelten Holzoberfläche lässt sich die Vorlage gut mit einem Klebestift befestigen. Trage den Kleber vollflächig auf, damit sich das Papier beim Sägen nicht stellenweise ablöst.
  4. Sobald der Kleber getrocknet ist, wird der Rohling an der Bandsäge zunächst kreisrund zugesägt. Lass dabei etwas Abstand zu den Spitzen der Blütenblätter.
  5. An der Dekupiersäge oder alternativ an einer Feinschnitt-Bandsäge wird nun die Kontur der Blüte ausgesägt. Für diese Materialstärke empfiehlt sich an der Dekupiersäge ein Sägeblatt der Größe Nr. 9. Ideal ist ein weit gezahntes Blatt, beispielsweise das Modell Double Skip von Pégas.
  6. In die Reitstockpinole wird eine 13-mm-Vielzackspitze eingesetzt und auf die Spindel ein Spannfutter geschraubt. Das Futter dient zunächst als Mitnehmer. Dafür verwenden wir größere, zum Spreizen geeignete Spannbacken mit einem Außendurchmesser von etwa 90 mm.
  7. Mit der Vielzackspitze wird der Rohling gegen die Stirnflächen der Spannbacken gedrückt und plan ausgerichtet. Die ringförmig angeordneten Zacken greifen dabei ins Holz. Achte auf ausreichenden Anpressdruck und kontrolliere vor dem Einschalten, ob der Rohling ausreichend fest sitzt.
  8. Die Werkzeugauflage wird quer zur Drehachse und nah am Werkstück positioniert. Mit einem Abstechstahl wird ein Rezess für die spätere Aufnahme im Spannfutter eingedreht. Sein Außendurchmesser beträgt bei unseren Spannbacken etwa 90 mm. Die Nut muss ausreichend breit sein, damit die Backen hineinpassen. Für die hier verwendete Aufnahme genügt eine Tiefe von etwa 3 mm.
  9. Passe den Winkel an die Form der Spannbacken an, damit diese beim Spreizen sauber anliegen. Dazu wird die äußere Wand des Rezesses mit der langen Spitze eines schmalen Meißels leicht hinterschnitten.

Den vollständigen Artikel findest Du in der Ausgabe 76 des DrechslerMagazins.
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