Führungsstab drechseln

Werkbericht von Reinhard Leps

Exakt gleichmäßig verteilte Eindrehungen sind auf der Drechselbank ohne Führung nur mit entsprechender Erfahrung und einem scharfen Blick herzustellen. Nur wenn die Position der Vertiefungen genau angezeichnet und der Drehstahl anschließend exakt im rechten Winkel positioniert wird, erhält man die gewünschten Ergebnisse. Auch das Drehen einer exakten Passung ist freihändig schwierig, es muss oft nachgemessen werden und der Einstich ist selten genau rechtwinklig. Abhilfe schafft eine selbst hergestellte Vorrichtung, mit der die Abstände exakt eingehalten werden können. Zuverlässiges Positionieren spart hier langwieriges Probieren.

Werkbericht

Eine Linearachse wandelt dabei über die Spindel (Gewindestange) die drehende Bewegung in eine lineare Bewegung um. Der Weg der Verschiebung kann über die Umdrehung der Spindel (z. B. Gewindesteigung M 8 = 1,25 mm) oder über eine aufgeklebte Maßteilung auf weniger als einen Millimeter genau abgelesen werden. Die Länge der Linearachse ist abhängig von den durchzuführenden Arbeiten. Für kleinere Objekte reicht eine Verstelllänge von 60 Millimeter sicher aus. Wenn Sie aber auch großformatige Werkstücke bearbeiten möchten, reizen Sie die Länge von max. 130 mm Verstellweg aus. Damit können dann im Querholz Objekte von ca. 260 mm in einem Arbeitsgang hergestellt werden. Grundsätzlich kann man aber die gesamte Linearachse immer wieder exakt neu positionieren und auf diese Weise endlos arbeiten. Bei komplexeren Werkstücken mit mehreren, im Abstand variablen Eindrehungen kommt man mit einer Neupositionierung ebenfalls schneller zum Ziel. Damit ich nicht jedes Mal auch die rechtwinklige Lage zum Werkstück einstellen muss, habe ich mir einen einfachen Anschlag auf das Bankbett montiert, der im rechten Winkel zur Drehachse sitzt. Ich verschiebe die Linearachse also nur in der y-Achse, also quer zum Bankbett.

Auf keinen Fall geeignet ist diese Positionierhilfe für eine bewegende Span-
abnahme mit einer eingespannten Drehröhre oder einem Meißel. Für solche Aufgaben muss der Schlitten in Schwalbenschwanzführungen gleiten, die aus Metall gefertigt sind. Mit der hier vorgestellten Achse wird der Schlitten über die Spindel exakt am gewünschten Punkt positioniert. Erst bei Stillstand des Schlittens darf das Werkzeug in Aktion treten!

Sie möchten weiterlesen? Den vollständigen Werkbericht finden Sie in der Ausgabe 35 des DrechslerMagazins.

X