Gedrechselte Schaukelschalen

Werkbericht von Erick Mehl

Drechselholzhändler bieten wunderschöne Hölzer aus aller Herren Länder an. Oft sind diese Hölzer in quadratische oder in rechteckige Formate zugeschnitten. Oftmals ist es schade, wenn man vor dem Drechseln einer Schale erst einmal vier Ecken des Rohlings absägen muss. Dadurch wird das schöne Holzbild deutlich verkleinert. Beim Drechseln von Schaukelschalten bzw. Viereckschalen kann der Holzblock jedoch quadratisch belassen werden. Gerade bei Schalen mit abgerundeter Unterseite kann man so schöne Ergebnisse erzielen.

Werkbericht

  1. Der Rohling: Ein Bohlenabschnitt aus finnischer Maserbirke, rechteckig zugeschnitten, die Unterseite und Oberseite wurden plan geschliffen.
  2. Die Oberseite wird zentriert, damit die Aushöhlung später möglichst in der Mitte der Fläche angeordnet ist. Der Rohling ist in diesem Beispiel
    17 cm breit, 10 cm lang und 5 cm hoch.
  3. Die Unterseite des Rohlings wird ganzflächig mit doppelseitigem Klebeband versehen.
  4. In ein Spann- oder Schraubenfutter wird an der Drehbank eine Schichtholzplatte aufgenommen. Der Rohling wird nun mithilfe der Reitstockspitze exakt in der vorab ermittelten Werkstückmitte aufgedrückt. Zusätzlich presse ich die Holzteile noch mit einer Schraubzwinge an mehreren Stellen zusammen, damit sich das doppelseitige Klebeband ganzflächig anheftet.
  5. Mit einer 10-mm-Schalenröhre drehe ich die Öffnung dann mit großer Vorsicht aus. Es sollte dabei auch die Tiefe der Eindrehung immer wieder gemessen werden.
  6. Mit einem Schaberwerkzeug glätte ich vor dem Schleifen den Schaleninnenraum.
  7. Während des Schleifens mit den verschiedenen Körnungen entferne ich zwischendurch den Schleifstaub mit einem Schaffellrest. Dadurch wirkt die Holzoberfläche wie poliert.

 

Sie möchten weiterlesen? Den vollständigen Werkbericht finden Sie in der Ausgabe 40 des DrechslerMagazins.

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