Gepimpte Buchenschale

Werkbericht von Lutz Brauneck zur Veredelung mit Fineline-Furnieren

Eine einfache Buchenschale gibt es an jeder Ecke für kleines Geld zu kaufen, da können wir als Freizeitdrechsler nicht mithalten. Da in meiner Werkstatt jedoch immer wieder viele schöne Buchenklötze anfallen und ich diese nicht im Ofen verheizen möchte, musste ich mir etwas einfallen lassen. Das Buchenholz muss also „aufgepimpt“ werden. Dazu habe ich bunte Fineline-Furnierblätter aus alten Musterbüchern verwendet. In meinem Werkbericht zeige ich meine Vorgehensweise am Beispiel einer kleinen Serie, die ich extra für den Kunsthandwerkermarkt „50 Jahre Kunsthandwerk“ im Landesmuseum in Mainz hergestellt hatte. Auf diese Weise kann man also auch aus einem schlichten Holz etwas Besonderes fertigen.

 

Werkbericht

  1. Die Ausgangsmaterialien sind Klötze aus Buchenholz mit den Maßen 160 x 160 x 60 mm und Fineline-Furnierblätter mit verschiedenen Mustern im A4-Format.
  2. Die Klötze werden an der Hobelmaschine auf einer Seite plan abgerichtet. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann den Rohling auf der Drechselbank plan drechseln.
  3. Anschließend werden die Furniere mit dem Cuttermesser grob zugeschnitten. Die Reste können wiederum noch bei kleineren Arbeiten Verwendung finden.
  4. Nun wird alles für das Verleimen bereitgelegt: Zwingen, Weißleim, feine Zahnspachtel sowie eine stabile Platte als Zulage, die den Druck gleichmäßig auf die Fläche verteilt und außerdem zum Schutz der Furnierseite dient.
  5. Mit der Leimflasche werden Leimraupen auf den Klotz aufgetragen und mit dem Zahnspachtel gleichmäßig dünn verteilt. Dieser Schritt ist wichtig, damit es nicht zu einem Leimdurchschlag kommt. Dies würde die Schale nicht nur optisch beeinträchtigen, sondern kann auch bei der späteren Oberflächenbehandlung z. B. mit Öl zu Problemen führen, da dieses somit nicht richtig eindringen kann und sich unschöne Flecken bilden.
  6. Jetzt sollten möglichst zügig die Zwingen auf beiden Seiten der Klötze angesetzt und festgezogen werden, sodass sich der Druck gleichmäßig auf der Fläche verteilt. Ich lasse sie meist über Nacht stehen, aber in der Regel kann man bereits nach einer Stunde mit der Bearbeitung fortfahren.
  7. Wenn alle Klötze ausgespannt sind, wird ringsum der Überstand des Furniers mit dem Cuttermesser entlang der Kanten abgeschnitten.

Sie möchten weiterlesen? Im DrechslerMagazin Ausgabe 49 / Winter 2019 finden Sie den vollständigen Werkbericht.

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