Schiefen Tannenbaum drechseln

Werkbericht von Jens Holtkamp

Für das versetzte können verschiedene Techniken angewandt werden. Man kann spezielle Futter verwenden oder ein Stück Holz schief einspannen. Bei einem Drechselkurs hat mir Jean-François Escoulen eine Vorgehensweise gezeigt, die ich jetzt für die krummen Tannenbäume verwende: Das Holzstück wird zwischen den Spitzen fünf Mal versetzt eingespannt und in jeder Position wird ein Kranz der Tanne gedrechselt.

 

Werkbericht

Das Fichtenholz hat die Abmessung 6 cm x 6 cm x 12 cm. Ich verwende einen Vielzackmitnehmer mit 13 mm Durchmesser. Als Zentrierspitze nutze ich auch einen mitlaufenden Vielzack mit abgefederter Spitze. Dieser hält das Holz beim versetzten Drechseln sicher fest, und es entsteht keine Spaltwirkung wie bei einer einfachen Körnerspitze. Zwei Formröhren kommen bei diesem Projekt zum Einsatz. Eine davon ist besonders spitz angeschliffen, um bei den Arbeiten in der Tiefe sauber schneiden zu können.

  1. Das Material und das benötigte Werkzeug für die Tannenbäume ist recht übersichtlich. Eine Formröhre ist besonders spitz angeschliffen. Bei sauberem Schnitt kommt man damit weit in die Tiefe.
  2. Auf einer Hirnholzseite werden fünf Punkte markiert, dabei ist Position 3 der Mittelpunkt. Position 1 bis 4 hat jeweils einen Abstand von 5 mm, zwischen der 4. und 5. Position ist er 3 mm. In jeder der fünf Positionen wird mit einem Vorstecher eingedrückt, da bei den letzten Arbeitsgängen (in Position 4 und 5) das Material nicht mehr sehr dick ist und durch zu viel Druck beim Einspannen durchbrechen könnte.
  3. Das Kantholz bleibt auf der Mitnehmerseite während der gesamten Herstellung zentrisch eingespannt. Um es nun rund zu schruppen, wird die Vielzackspitze auf der 3. Position angesetzt.
  4. Das Holzstück wird auf der 1. Position eingespannt, und um die 5. Position ein Bleistiftbogen angezeichnet, so dass die äußersten Vertiefungen der Vielzackspitze erhalten bleiben.
  5. Das Holz ist einen Zentimeter aus der Mitte eingespannt und erzeugt eine leichte Unwucht. Die Reduzierung der Drehzahl bzw. eine elektronische Drehzahlregelung ist hier von Vorteil.
  6. Nun wird mit der Formröhre zwei Drittel der Länge schräg zulaufend bis zur Bleistiftlinie abgedreht. Danach wird auf der 5. Position eingespannt und um Position 1 ein weiterer Bogen gezeichnet.
  7. Bei dem rotierenden Stück erkennt man sehr schön den Bleistiftbogen, bis zu dem ebenfalls schräg zulaufend gedrechselt wird.
  8. Die Vorbereitungen für den Tannenbaum sind jetzt abgeschlossen und das Holzstück sieht wie auf diesem Foto aus.

 

Sie möchten weiterlesen? Den vollständigen Werkbericht finden Sie in der Ausgabe 24 des DrechslerMagazins.

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