Pflanztopf-Presse drechseln

Werkbericht von Holger Graf

Sie nennen einen Garten Ihr Eigen und ziehen selbst Gemüsepflanzen oder Blumen heran? Dann haben wir mit diesem Projekt die perfekte Kombination aus interessanter Drechselarbeit und praktischem Gärtnerwerkzeug. Mit dieser Pflanztopf-Presse aus Hartholz wie z. B. Buche oder Ahorn, können Sie Aussaattöpfchen aus Zeitungspapier selbst herstellen. Das Altpapier wird in Streifen geschnitten und um den Zylinder gewickelt, unten umgeschlagen und das Ganze drehend in das Unterteil gepresst. Anschließend einfach Erde in die Papiertöpfchen geben, feucht halten und warten, bis die Sämlinge groß genug sind. Da sich das Papier in kürzester Zeit zersetzt, kann das durchwurzelte Töpfchen dann direkt ins Beet gepflanzt werden. Nachhaltiger geht es kaum.

 

Werkbericht

  1. Für die Herstellung einer Presse für 40-mm-Papiertöpfe benötigt man eine Längsholzkantel mit den Maßen von ca. 60 x 60 x 200 mm. Diese wird an den Stirnseiten zentriert und angekörnt.
  2. Die Kantel wird zwischen den Spitzen aufgenommen, grob vorgeschruppt und anschließend auf den größtmöglichen Durchmesser geschlichtet.
  3. Zur Aufnahme in einem Spannfutter wird am Werkstückende ein Schwalbenschwanzzapfen angedreht. Schnell und mit sauberem Ergebnis arbeitet man hier mit einem schmalen Rechteck-Meißel.
  4. Die Spannaufnahme wird an beiden Stirnseiten des Rundlings hergestellt. Achten Sie dabei auf eine plane Anlagefläche, damit die Spannbacken das Holz bestmöglich zentrieren.
  5. Der Mitnehmer in der Welle wird nun durch das Spannfutter ersetzt und das Werkstück darin aufgenommen. Zur Unterstützung dient vorerst noch die Zentrierspitze auf der Reitstockseite.
  6. Ausgehend vom Spannzapfen (Reitstockseite) werden 50 mm mit einem Bleistift markiert. Dieser kleinere Teil des Rohlings wird später zum Unterteil unserer Pflanztopf-Presse weiterverarbeitet.
  7. Mit einem Abstechstahl wird links von der Markierung eingestochen. Arbeiten Sie sich mit einem kleinen Versatz von etwa 1 mm, damit das Eisen nicht verklemmt, weiter in die Tiefe vor.
  8. Ist der Restzapfen dünn genug, um das Holz dann abzustechen, wird die Zentrierspitze zurückgedreht und das abgetrennte Teil mit der linken Hand aufgefangen.

Sie möchten weiterlesen? Im DrechslerMagazin Ausgabe 49 (Winter 2019) finden Sie den vollständigen Werkbericht.

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