Nussknacker drechseln

Anleitung von Jan Hovens

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Herstellung eines Mini-Nussknackers, der durch die Kraft des gestrählten Gewindes, die Frucht der Nüsse offenbart.

 

Anleitung

Holz war seit jeher der meist verwendete Werkstoff für die Herstellung von Gebrauchsgegenständen. Erst im vergangenen Jahrhundert wurde er von überwiegend synthetischen Stoffen mehr und mehr verdrängt. Früher war es jedoch sehr günstig, leicht zu bekommen und einfach zu verarbeiten. Teller, Schalen, Löffel und auch verschiedenste Haushaltsgegenstände aus Holz wurden täglich benutzt und sind auch heute noch, nicht nur bei Naturfreunden, sehr beliebt. Der englische Begriff für Gebrauchsgegenstände aus Holz ist Treen, welches von „from the tree“ hergeleitet ist und übersetzt „vom Baum“ bedeutet. Solche Treen werden heute in England begeistert gesammelt und auch in Museen ausgestellt. Im Buch Treen for the Table des Autors Jonathan Levi (werden beispielhafte Holzgegenstände in einer großen Vielfalt aus den vergangenen Zeiten dargestellt. Viele dieser Dinge wurden komplett oder in Teilen auf der Drechselbank hergestellt. Eines der Kapitel in diesem Buch präsentiert auch unterschiedlichste Nussknacker, von denen einige sehr kleine zum Knacken von Haselnüssen Verwendung fanden. Wie man heute im Kino Popkorn isst, galt es im 18. und 19. Jahrhundert als modern, in Theater- oder Musikvorführungen Haselnüsse zu essen.

Unter den Nussknackern sind einige in Form einer Eichelnuss hergestellt und ich habe mich von diesen für diese Anleitung inspirieren lassen. Natürlich kann auch jede andere Form gewählt werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die heutigen Haselnüsse durch Neuzuchten größer sind und somit auch die Nussknacker dafür angepasst werden müssen. Für das Gewinde habe ich einen Strähler mit einer Steigung von 18 TPI verwendet. Mit diesem relativ feinen Gewinde bekommt man sehr viel Kraft, denn die Haselnüsse sind sehr hart.

 

  1. Die Rohlinge sind aus Birne (50 x 50 x 60 mm) für die Kappe und Stechpalme (35 x 35 x 60 mm) für das Unterteil. Für Gewinde sind sehr dichte Hölzer wie auch Weißbuche oder Obsthölzer gut geeignet.
  2. In das Unterteil wird zuerst ein seitliches Loch mittig eingedreht. Die Spitze dient zur Zentrierung. Das Werkstück wird von nur zwei Spannbacken gehalten und es muss vorsichtig gearbeitet werden.
  3. Mit einer 10-mm-Spindelformröhre wird das Loch mit etwa 22 mm Durchmesser und 25 mm Tiefe ausgedreht. Der Boden sollte dabei rund ausgearbeitet werden.
  4. Mit einem kleinen, selbst hergestellten runden Schaber wird das Loch etwas hinterdreht, damit die Haselnuss später beim Knacken in dieser Vertiefung liegt und dadurch nicht herausspringt.
  5. Um die Kantel nun längs aufzunehmen, sind eventuell kleinere Spannbacken nötig. Auch hier kann mittels der Diagonalen und der Zentrierspitze das Werkstück möglichst genau ausgerichtet werden.

 

Sie möchten weiterlesen? Die vollständige Anleitung finden Sie in der Ausgabe 25 des DrechslerMagazins.

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