Stefan Behr – Woodturning is not a crime

Künstlerporträt

Beim Betrachten eines Werkstücks versucht man stets Assoziationen zu schon dagewesenen Werken zu ziehen, die Inspirationsquelle herauszufiltern und die Intention des Künstlers herauszulesen. Stefan Behr legt Wert darauf, seine Einflüsse klar hervorzuheben. Er beschäftigt sich mit den Ursprüngen des Handwerks, mit den anerkannten Größen wie Lüder Baier, Ernst Gamperl oder Michael Hosaluk und ist davon fasziniert, alte Maschinen wieder zum Laufen zu bringen. Doch sein Augenmerk liegt darauf, die eigenen Eindrücke zu visualisieren, sich von bereits gegebenen Strukturen zu lösen und das eigene Schaffen voranzutreiben.

Behr geht seinem Handwerk in der am Wohnhaus angeschlossenen Werkstatt in Herxheim bei Landau nach. Er war schon während eines Praktikums in einer Schreinerwerkstatt auf das Drechseln aufmerksam geworden und hatte sich vorgenommen, das Handwerk einmal auszuprobieren. Als er dann in der Werkstatt seines Opas eine alte Drechselbank fand, gab ihm das den Anstoß, seine Vorsätze in die Tat umzusetzen. Auf der Suche nach einem Drechselkursanbieter traf er auf Heinz Wiedemann, der ihm das Schneiden und die grundlegenden Techniken beibrachte. Aus den ersten Erfahrungen an der Drehbank ergab sich eine jahrelange Zusammenarbeit und Behr führt auch heute noch hin und wieder an Messen und Veranstaltungen für die Firma Wiedemann vor.
Der Pfälzer hat sich in den letzten Jahren sein eigenes Label Woodturning is not a Crime aufgebaut. Der Name leitet sich von dem Spruch „Skateboarding is not a crime“ ab. Eine Zeitlang war das Benutzen von Skateboards in den USA nämlich auf öffentlichen Plätzen untersagt und es gab daraufhin Aufnäher und Shirts, mit denen man sich mit dieser Aussage gegen das Verbot auflehnen wollte. Für Behr besteht die Verbindung zwischen Skateboarding und Drechseln darin, dass man immer wieder aufstehen und weitermachen muss. „Man muss dranbleiben, um gute Ergebnisse zu erzielen und Fortschritte zu machen. Teilweise bin ich besessen von einer Idee, bis es klappt.“ Das moderne Logo seines Labels erinnert an das Cover von Punkrockbands und spiegelt somit eine weitere Leidenschaft des Drechslers wider, die sich zum Teil auch in seinen Werken bemerkbar macht.

Sie möchten weiterlesen? Im DrechslerMagazin Ausgabe 50 (Frühjahr 2020) finden Sie den vollständigen Artikel.

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