Pfeffermühle drechseln – Mühlen im Kleinformat

Anleitung von Holger Graf

Pfeffermühlen waren schon immer ein großes Thema bei den Drechslern und auch die Allgemeinheit denkt bei dem Begriff „Drechseln“ meist an die meterlange, verschnörkelte Mühle beim Italiener um die Ecke. Dass man aber auch sehr kleine Tischmühlen in edler Optik herstellen kann, zeigen wir im ersten Teil unserer mehrteiligen Mühlenserie. Die hier vorgestellte Mühle misst gerade einmal zehn Zentimeter in der Höhe, und dank des Einsteckmahlwerks von CrushGrind®, kann die Mühle ohne störende Metall-Verschlusskappe hergestellt werden.

 

Werkbericht

Für die Serienfertigung sind mittlerweile verschiedene Ausdrehköpfe sowie spezielle Spannbacken und Futter erhältlich. Für den Einstieg möchten wir hier im ersten Teil aber ganz bewusst die handwerkliche und somit günstigste Variante der Herstellung vorstellen. Mit größter Wahrscheinlichkeit stehen in den meisten Drechselwerkstätten bereits ein 25-mm-Forstnerbohrer zur Verfügung und auch einige ältere oder nicht mehr gebrauchte Werkzeuge, die man sich mit wenig Aufwand zurechtschleifen kann. Neben dem eigentlichen Mahlwerk und natürlich etwas Holz, ist das alles, was man tatsächlich benötigt. Für den Einstieg in das Thema Gewürzmühlen und die Anfertigung von Einzelstücken, ist das daher ideal.

Ein weiterer großer Vorteil ist das Keramikmahlwerk, das die universelle Verwendungsmöglichkeit für Pfeffer, verschiedene andere Gewürze und auch Salz bietet. Selbst hochwertigste Stahlmahlwerke halten dem aggressiven Salz nicht stand. Bei der Verwendung von Keramikmahlwerken kann hingegen mit ein und demselben Mahlwerk und damit gleichen Einbaumaßen gearbeitet werden. In den weiterführenden Teilen dieser Serie zeigen wir darüber hinaus verschiedene Mahlwerkvarianten und auch die rationelle Herstellung mit verschiedenen Sonderwerkzeugen.

  1. Für unser Mühlenpaar verwenden wir zwei Kanteln 60 x 60 x 120 mm aus afrikanischem Padouk. Grundsätzlich sind aber alle dichten Hölzer für Mühlen geeignet. Da die Mühlen für Salz und schwarzen Pfeffer dezent mit einem hellen bzw. dunklen Ring gekennzeichnet werden sollen, haben wir hierfür Castello-Buche und Grenadill mit den gleichen Maßen ausgewählt.
  2. Falls eine Tischkreissäge zur Verfügung steht, kann man sich die hellen bzw. dunklen Einlagen zuvor von der Längsholzkantel herunterschneiden. Die Stärke beträgt etwa 6 bis 7 mm. Das erspart später die Arbeitsschritte 6 bis 8.
  3. Die Einsteck-Keramikmahlwerke von CrushGrind® haben eine sehr kurze Gesamtlänge von nur etwa 65 mm. Die Besonderheit dieses Modells ist der Antrieb ohne Achse. Drei Krallen halten später das Mahlwerk in der Mühle.
  4. Im ersten Schritt werden die Kanteln zwischen den Spitzen rund geschruppt und dabei möglichst nicht unter das Maß von 60 mm gedreht. Kleine Flächen spielen keine Rolle, da das endgültige Maß erst zu einem späteren Zeitpunkt fertiggestellt wird. Die Verwendung von Spitzen mit Druckring oder sogenannten Vielzackspitzen ist hier ideal.
  5. Um den Rohling nachfolgend in einem Spannfutter exakt aufzunehmen, wird ein Spannzapfen in Schwalbenform angedreht. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass das Maß von
    54 mm nicht unterschritten wird.
  6. Auch die Kanteln für die Ringe werden entsprechend vorbereitet. Sie werden zuerst im Futter aufgenommen und falls nötig, etwas überdreht. Die Hirnholzfläche muss jetzt sauber und plan mit einem Meißel abgestochen werden. Alternativ kann man dies auch mit einem Abstechstahl durchführen und die Fläche dann mit einem frisch geschärften Schaber schlichten.

 

Sie möchten weiterlesen? Den vollständigen Werkbericht finden Sie in der Ausgabe 37 des DrechslerMagazins.

 

 

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