Ein Knoten im Pen Blank

Werkbericht von Helmbrecht Zastrau

Die sogenannten Keltischen Knoten sind Bandflechtmuster, die nicht nur bei den Kelten, sondern generell ab dem frühen Mittelalter in viele Schmuckstücke, Gebrauchsgegenstände, Stelen, Kreuze und häufig in sakrale Handwerkskunst eingearbeitet wurden. Jeder Knoten unterliegt einem geometrischen Grundmuster, welches sich innerhalb des Knotens fortlaufend wiederholt. In diesem Werkbericht möchten wir den Keltischen Knoten als Ziermuster in Schreibgeräte einbauen.

Werkbericht

  1. Die Rohlinge für Schreibgeräte werden als Kanteln unter dem englischen Namen „Pen Blanks“ im Handel angeboten. Je nach maschineller Ausstattung kann man sich diese jedoch auch selbst mit den Maßen 22 x 22 x 150 mm zuschneiden. Wichtig ist, dass diese möglichst gerade und rechtwinklig sind.
  2. Für das später eingeleimte „Band“ des Keltischen Knotens müssen dünne Holzeinlagen vorbereitet werden. Diese sollten in der Stärke dem Kreissägeblatt entsprechen, mit dem im nachfolgenden Schritt die Kanteln aufgetrennt werden, also Sägeblattbreite = Holzeinlagenstärke. Man kann die Einlagen auch sehr gut aus Furnierstreifen verleimen und durch die Kombination verschiedener Holzarten zusätzliche Effekte erzielen.
  3. Mit einem ersten Sägeschnitt im 90-Grad-Winkel wird die Kantel nun an der gewünschten Stelle in zwei Teile aufgetrennt. Wichtiger Hinweis: Die vorgeschriebene Sägeblattabdeckung (inkl. Spaltkeil) wurde aus Gründen der besseren Bilddarstellung abgebaut. Wir bitten dringend, die Sicherheitsvorschriften bei der Arbeit mit Holzbearbeitungsmaschinen einzuhalten!
  4. Nun wird die erste Einlage verleimt. Zuerst wird Leim an beiden Schnittstellen der Kantel aufgetragen, dann flächig verstrichen und mit der Einlage zusammengefügt. Mit schnell abbindendem Holzleim muss nicht unbedingt mit Zwingen gespannt werden. Die Teile werden kurz mit kräftigem Druck fixiert und der Leim ist in nur wenigen Minuten abgebunden.
  5. Nach dem Trocknen erfolgt das Ebenschleifen der Einlage. Wer gleich mehrere Rohlinge herstellen möchte, kann alle Teile zuerst verleimen und dann anschließend bereits mit dem Ebenschleifen beginnen. So entstehen keine Wartezeiten.
  6. Jetzt folgt der zweite Schnitt. Dafür wird die Kantel um 90 Grad gekippt. Die Position muss hier identisch mit dem ersten Schnitt sein, damit später kein Versatz im Muster entsteht. Ein Längenanschlag leistet hier sehr gute Dienste.

 

Sie möchten weiterlesen? Den vollständigen Werkbericht finden Sie in der Ausgabe 31 des DrechslerMagazins.

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