Die Eberesche – Sorbus aucuparia

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Baumporträt von Raimund Aichbauer

Im Porträt

Die Gemeine Eberesche oder Gemeine Vogelbeere, botanisch Sorbus aucuparia genannt, gehört zur Gattung der Mehlbeeren (Sorbus) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Mehlbeeren gehören zur Unterfamilie der Kernobstgewächse und werden weiter in den Tribus der Apfelartigen (Maloideae) unterteilt. Der Artname aucuparia leitet sich auch dem lateinischen Wort aucupium ab, was übersetzt Vogelstellerei bedeutet. Da die Früchte der Eberesche bei Vögeln äußerst begehrt sind, hat man diese als Lockmittel eingesetzt, um Vögel zu fangen. Die Bezeichnung Eberesche geht auf die Benennung Aberesche – was so viel heißt wie Falsche Esche – zurück, da die Blätter der beiden Bäume eine starke Ähnlichkeit aufweisen.

Die Eberesche war eines der ersten Laubgehölze, die in Europa und Asien die offenen eisfreien Flächen am Ende der Eiszeit wiederbesiedelten. Ebereschen kommen in allen Höhenlagen, bis hinauf zur Baumgrenze vor. Sie ist in ganz Europa, in Kleinasien bis in den Kaukasus sowie in Nordafrika verbreitet.

Oft wächst sie als kleiner bis mittelgroßer Baum von sechs bis zwölf Metern, der im Extremfall auch bis zu zwanzig Meter Höhe erreichen kann. Vor allem in Gebirgsregionen und auf kargen steinigen Böden bleibt die Eberesche aber häufig ein Strauch mit mehreren Stämmen aus der Basis. Alte Bäume werden meist nicht mehr als achtzig bis hundert Jahre alt.

Auch die Eberesche lebt wie alle an Land lebenden Pflanzen in Symbiose mit Pilzen. Glomus intraradices ist einer davon – wohl auch der Wichtigste – der den Wurzeln des Baumes hilft, auch an kargen Standorten Phosphor und Nährsalze aufzunehmen.

Die Eberesche nimmt nahezu jeden Boden an, solange er nicht allzu nährstoffreich ist. Sie braucht zum idealen Wachstum viel Licht und hohe Luftfeuchtigkeit. Im Allgemeinen ist sie frei stehend, am Waldrand oder in lichten Wäldern zu finden. Auf Kahlschlagflächen gehört sie zu den Pionierbäumen, die die Flächen mit als erste Baumart besiedeln, kommt aber auch im Moor mit saurem Boden gut zurecht. Als Ziergehölz ist sie in vielen Gärten, in unzähligen Gartenformen vorzufinden.

 

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