Der Trompetenbaum – Catalpa bignonioides

Baumporträt von Raimund Aichbauer

Im Porträt

Trompetenbäume gehören mit elf Arten zur Gattung Catalpa, aus der Familie der Bignoniaceae (Trompetenbaumgewächse). Alle Trompetenbäume kommen aus der nördlichen Hemisphäre. Die Catalpa-Arten sind im gemäßigten Ostasien, auf den Karibischen Inseln sowie in Nordamerika beheimatet.
Catalpa bignonioides wird als Gewöhnlicher Trompetenbaum, Gemeiner Trompetenbaum, Bohnenbaum oder Zigarrenbaum bezeichnet. Der Baum wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts erstmals in Europa angepflanzt und ist seitdem aus den meisten Park- und Gartenanlagen nicht mehr wegzudenken. Die Verbreitung über ganz Europa fand damals vor allem im Rahmen der englischen Gartenarchitektur statt. Er ist in unseren Garten- und Parkanlagen wohl der meist verbreitetste Zierbaum dieser Gattung, mit zahlreichen Varietäten und stammt ursprünglich aus dem Südosten der USA, östlich des Mississippis, an der Ostküste nordwärts bis etwa New York und südwärts über Florida bis nach Kuba. Der Baum wird auch Indian Bean Tree oder Indianerbohnenbaum genannt. Der Gattungsname Catalpa leitet sich von dem indianischen Volksnamen cutuhlpa ab. Alle Pflanzen mit Ausnahme der Samen enthalten das giftige Catalpin. In vielen Ländern wird er auch scherzhaft als ‚Beamtenbaum‘ bezeichnet, da er sehr spät im Frühjahr austreibt und oft erst Ende Mai seine ersten Blätter entfaltet, diese im Herbst aber wiederum schon nach dem ersten Nachtfrost, in der Regel Anfang Oktober, abwirft. Es wird ihm nachgesagt, er verhält sich wie ein Beamter: „Er kommt als Letzter, geht als Erster und hinterlässt nur Arbeit“. Obwohl alle Trompetenbaumarten sehr spät austreiben, sind sie dennoch stark spätfrostgefährdet. Durch Züchtungen sind zahlreiche Varietäten und Gartenformen entstanden, die sowohl in Wuchs, Blattform, als auch in der Farbe stark von der ursprünglichen Art abweichen. Einige der schönsten Exemplare stehen vor dem House of Parliament in London, die durch regelmäßige Pflege ein beachtliches Alter erreichen konnten.
Der Trompetenbaum ist ein sommergrüner Baum der bei uns fast nie höher als 15 Meter, höchstens 18 Meter wird, dafür aber mit einer breit ausladenden Krone von 6 bis 10 Metern aufwartet. Um seine ganze Pracht entfalten zu können, sollte ein Standort mit möglichst viel Freiraum gewählt werden. Er ist ein schnellwüchsiger Baum, der in nur wenigen Jahren eine offene Stelle voll und ganz ausfüllen kann. Er sollte windgeschützt gepflanzt werden, da die großen Blätter leicht reißen und die oftmals sehr dichte Krone stark bruchgefährdet ist. Trotz des späten Blattaustriebs kann das Gewicht der Blattmasse im Sommer dennoch überwältigend sein, sodass sich auch dicke Äste unter der Last bis zum Boden durchbiegen, in Einzelfällen sogar brechen können. Stark herabhängende, am Boden aufliegende Äste, sogenannte Absenkeräste, sind in der Lage zu wurzeln und so dem Baum eine noch breitere Krone zu bescheren. Durch seine dichte Belaubung ist Unterwuchs kaum möglich, selbst Grasflächen sind manchmal kaum zu halten. Als Schattenbaum ist er dennoch sehr beliebt.
Der Trompetenbaum hat zumeist einen kurzen, dicken Stamm von bis zu 40 Zentimetern Durchmesser und hat eine braun-graue, dünne Rinde. Die Knospen des Trompetenbaumes sind von kugelförmiger Gestalt, rotbraun und werden 2 bis 5 Millimeter lang. Diese entwickeln sich zu bis zu circa 20 Zentimeter langen, stark verzweigten, vielblütigen Rispen, die von Juni bis Juli blühen. Jede glockenförmige Blüte ist etwa 4 bis 5 Zentimeter groß. Die Kronröhre ist schief glockig, der Kronensaum wellig-kraus. Die weißen Blüten zeigen im Inneren eine purpurne Fleckung sowie zwei gelbe Längsstreifen im Schlund, die Bienen und Hummeln den Weg in den Blütengrund zeigen.

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