Gewürzmühle mit CrushGrind®-Stangenmahlwerk

Werkbericht von Holger Graf

Im nachfolgenden Artikel erklären wir den Einbau der 195 mm langen Stangenmahlwerke von CrushGrind®. Das Prinzip unterscheidet sich auch bei den größeren Längen nicht, außer natürlich, dass man für die Kernbohrung längere Bohrer benötigt. Beim Einsatz von Werkzeugen und Spannmitteln möchten wir es bzgl. der Kostenintensivierung nicht übertreiben. Diese Mühle können Sie mit etwas handwerklichem Geschick problemlos und ohne entsprechende Spezialausstattung herzustellen. Dennoch zeigen wir nun einzelne Sonderwerkzeuge, die den Aufwand gerade bei größeren Stückzahlen vereinfachen.

Werkbericht

  1. Es ist wichtig, dass das Holz für die Mühlen sehr gut abgelagert ist. In dieser Anleitung verwenden wir zwei Kanteln aus Eibe (60 x 60 x 240 mm) und eine Kantel aus Grenadill (min. 45 x 45 mm) für den Zentrierring. Eingebaut werden CrushGrind®-Stangenmahlwerke mit einer Länge von 195 mm.
  2. Die Eiben-Kantel wird auf den stärksten Durchmesser geschruppt und an beiden (!) Enden, entsprechend dem verfügbaren Spannfutter, Schwalbenschwanzzapfen angedreht. Diese sollten im Durchmesser größer als 54 mm sein.
  3. Nach der Entscheidung, welches Ende die Unterseite der Mühle werden soll, wird der Rohling am späteren oberen Ende im Futter aufgenommen. Dann wird die Kernbohrung mit einem 25-mm-Bohrer vorgenommen. Dies kann mit einem verlängerten Forstnerbohrer geschehen oder wie hier, mit einem Spiralbohrer, der die Späne besser aus der tiefen Bohrung befördert. Mit einem einfachen Kreppband wird die Bohrtiefe von 155 mm am Bohrer markiert. Es empfiehlt sich bei allen Bohrungen die Drehzahl etwas zu reduzieren!
  4. Die Stufenbohrung von 42 bzw. 38 mm Durchmesser kann man von Hand ausdrehen; in Einzelschritten mit entsprechenden Bohrern oder auch mit einem speziellen Ausdrehkopf. Gerade bei der Herstellung von mehreren Mühlen in Serie, kann man mit letzterem den Aufwand deutlich vereinfachen. Er schneidet die Stufenbohrung bei exakter Einstellung sehr sauber in gleichbleibender Maßhaltigkeit und in nur einem Arbeitsgang aus dem Holz. Die zweite Stufe (42 mm) sollte etwa 18 mm tief sein.
  5. Das Mahlwerk wird durch zwei Klammern in der Mühle gehalten, für die eine seitliche Nut in der Bohrung nötig ist. Ein entsprechender Nutstecher wir im Handel angeboten, dieser ist aber auch relativ einfach aus einem nicht mehr benötigten Werkzeug zurechtgeschliffen.
  6. Die Nut wird im hintersten Bereich der 38-mm-Bohrung eingebracht. Dabei wird der Nutstecher sicher auf der Handauflage positioniert und die Schneide hängend, also etwas unter dem Werkzeugheft, geführt. Gefühlvoll wird der Stahl in das Holz geführt und eine Nut mit 5 mm Breite und etwa 2–3 mm Tiefe eingestochen. Der Abstand von 29 mm vom Absatz der 38- zur 42-mm-Bohrung kann sehr einfach mit einem Maßzapfen (dieser kann auch aus Holz hergestellt werden) geprüft werden.
  7. Damit mehr Mahlgut in der Mühle Platz hat und dieses auch besser nach unten in das Mahlwerk rutscht, sollte die Kernbohrung auf 30 mm (alternativ bis zu 38 mm) erweitert werden. Das geschieht hier mit einem verlängerten Forstnerbohrer.
  8. Nachdem der Rand als spätere Standfläche geschlichtet wurde, sollte zumindest auch noch der erste Absatz (42-mm-Bohrung) sauber ausgeschliffen werden. Dieser Bereich wird später nicht vom Mahlwerk verdeckt und gehört mit zur sichtbaren Außenseite der Mühle.

Sie möchten weiterlesen? Den vollständigen Werkbericht finden Sie in der Ausgabe 38 des DrechslerMagazins.

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