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Geländerschale drechseln
Werkbericht von Ger Vervoort
Beim Aufräumen meiner Holzvorräte bin ich wieder auf einige Eibenstücke gestoßen, die bereits seit 25 bis 30 Jahren bei mir lagern. Der ursprüngliche Baum hatte damals einen Durchmesser von etwa 30 bis 35 cm. Aus diesem Stamm habe ich seinerzeit Abschnitte von rund 40 cm Länge und 8 bis etwa 12 bzw. 14 cm Dicke gesägt und zum Trocknen eingelagert.
Eibe ist ein außergewöhnlich schönes Drechselholz. Der warme Farbton, der Kontrast zwischen Kern- und Splintholz sowie die lebhafte Maserung machen jedes Stück zu etwas Besonderem. Gleichzeitig bringt dieses Holz aber auch einige Herausforderungen mit sich. Häufig finden sich eingewachsene Rindenstücke, kleine Fehlstellen oder andere Unregelmäßigkeiten im Holz.
Gerade solche Eigenschaften machen für mich jedoch den Reiz dieses Materials aus. In der Vergangenheit habe ich bereits mehrere Schalen aus diesen Eibenstücken gedrechselt und die vorhandenen Mängel bewusst in die Gestaltung einbezogen. Mit kontrastierenden Holzarten, Messingspänen oder Bandstahl lassen sich solche Stellen nicht nur kaschieren, sondern gezielt als Gestaltungselement hervorheben. Genau dieser Gedanke steht auch hinter der folgenden Arbeit.
- Der Stammabschnitt mit Naturrinde der Eibe hat die Maße von etwa 450 × 350 mm und eine Höhe von ungefähr 140 mm.
- Gerne würde ich die Schale etwas größer belassen, aber um noch genügend Wandung an den Seiten zu erhalten, schneide ich den Klotz auf der Bandsäge auf einen Durchmesser von 280 mm rund zu. Da der 25-mm-Mitnehmer in der Rinde keinen sicheren Halt findet, bohre ich mit einem 35-mm-Forstnerbohrer ein Loch bis in das feste Holz.
- Der Rohling wird zuerst zwischen den Spitzen eingespannt. Ein Stück Klebeband auf der Werkzeugauflage dient dabei als Referenzpunkt, um den Rohling exakt auszurichten. Ziel ist es, dass die hohen und niedrigen Seiten des Naturrandes später jeweils ungefähr auf gleicher Höhe verlaufen. Der Klotz wird an der Reitstockseite so lange verschoben, bis die Ausrichtung passt. Erst danach wird die Zentrierspitze fest angezogen.
- Mit einer 16-mm-Schalenröhre beginne ich, den Rohling rundzudrehen. Die rechte Hand hält das Heft am vorderen Ende, während das Ende des Hefts sicher am Unterarm bis zum Ellenbogen anliegt und an der Hüfte fixiert wird. Die Röhre wird also durch die seitliche Bewegung des Körpers geführt.
- Der Klotz hat eine enorme Unwucht, sodass ich nur mit sehr niedriger Geschwindigkeit drechseln kann. Das ist kein angenehmes Drechseln: Durch das Holz-Luft-Verhältnis bekommt die Röhre starke Schläge ab, die vom Körper abgefangen werden müssen. Um die Geschwindigkeit erhöhen zu können, habe ich einen Bleistreifen aufgeschraubt, um die Unwucht etwas auszugleichen, was das Drechseln deutlich ruhiger und angenehmer macht.
- Die Außenseite der Schale wird so weit wie möglich fertig gestaltet und dabei auch ein Zapfen für das Backenfutter erstellt.
- Beim Drechseln des schwalbenschwanzförmigen Zapfens wird die Röhre weit aufgestellt, was in dieser Nahaufnahme deutlich zu sehen ist.
- Durch den unregelmäßigen Naturrand der Schale wird hier abwechselnd Holz und Luft gedrechselt. Beim Verlassen der Holzfläche besteht die Gefahr des Ausreißens, da das Holz nicht mehr unterstützt wird.
Den vollständigen Artikel findest Du in der Ausgabe 74 des DrechslerMagazins.