Salz- und Pfefferstreuer drechseln

Werkbericht von Karsten Weinigel

Um die natürliche Maserung des Holzes – besonders bei kleineren gedrechselten Objekten wie Gewürzstreuern – optimal zur Geltung zu bringen, halte ich die Gestaltung bewusst schlicht und schnörkellos. Der Verzicht auf eingeklebte Metallteile sowie die klare Formensprache verleihen diesen Streuern eine zeitlose und elegante Wirkung.
In diesem Werkbericht fertige ich ein Set aus zwei Streuern: einen Pfefferstreuer mit einer Höhe von 70 mm und einen Salzstreuer mit 85 mm. Der Unterschied liegt in der Höhe sowie in der entsprechend angepassten Bohrtiefe der 26-mm-Kammer; alle anderen Maße sind gleich. Zudem erhält der Pfefferstreuer nur drei Streubohrungen.
Da die Oberseite leicht konvex ausgeführt wird, sollte die Wandstärke an der höchsten Stelle mindestens 5 mm betragen. Daraus ergeben sich Bohrtiefen von 80 mm (bei 85 mm Höhe) und 65 mm (bei 70 mm Höhe). Im Folgenden zeige ich die Vorgehensweise exemplarisch anhand der Herstellung des Salzstreuers.

  1. Für dieses Projekt werden zwei Verschlussstopfen sowie zwei Kanteln mit einem Querschnitt von circa 52 × 52 mm und der Länge von 95 beziehungsweise 80 mm benötigt. In diesem Beispiel verwende ich Esche.
  2. Um präzise arbeiten zu können – insbesondere bei den späteren Bohrungen – empfiehlt es sich, Spindelstock und Reitstock exakt auszurichten. Hierfür nutze ich einen Doppelkonus.
  3. Die 95 mm lange Kantel für den Salzstreuer wird zunächst zentriert und anschließend zwischen den Spitzen eingespannt. Mit einer 25-mm-Schruppröhre trage ich das überschüssige Material zunächst grob ab.
  4. Dabei entsteht nach und nach eine zylindrische Form mit etwa 50 mm Durchmesser.
  5. Unebenheiten an den Stirnseiten lassen sich anschließend sauber mit dem Abstecher nacharbeiten.
  6. Am Ende, das später die Oberseite des Werkstücks bildet, fertige ich nun einen Zapfen zur Aufnahme im Backenfutter an. Dafür verwende ich einen Schaber, den ich im Profil auf 80° angeschliffen habe. Dieser Winkel passt ideal zu den Schwalbenschwanzbacken meines Spannfutters.
  7. Ist der Zapfen sauber ausgearbeitet, kann das Werkstück im Spannfutter aufgenommen werden.
  8. Dabei ist auf einen guten Formschluss zu achten: Je mehr Fläche der Spannbacken am Holz anliegt, desto sicherer sitzt das Werkstück.

Den vollständigen Artikel findest Du in der Ausgabe 74 des DrechslerMagazins.

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