DENKSTATT Erzgebirge – Traditionelles Handwerk gemeinsam neu denken

Die Tradition des Holzhandwerks ist unauflöslich mit dem Erzgebirge verknüpft. In Zeiten des rückläufigen und erlöschenden Bergbaus gewann die Suche nach Zusatz- und Ersatzeinkünften an Bedeutung. Da sich aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten keine Grundlage für eine landwirtschaftliche Nutzung bot, entwickelten sich in der holzreichen Region aus der Not heraus neue Wirtschaftszweige, wozu insbesondere die kunstvolle Holzbearbeitung zählte. Die Schnitz- und Drechselkunst gab den Familien eine neue Einkommensgrundlage. Zunächst wurden hauptsächlich Dinge des täglichen Gebrauchs gefertigt, aber im Laufe der Zeit entwickelten sich traditionelle Motive wie Bergmannsfiguren, Nussknacker, Weihnachtsengel, Schwibbogen, Reifentiere, Räuchermänner, Spieldosen und Flügelpyramiden. Die Region rund um den Kurort Seiffen, wo noch heute in Handwerksbetrieben und Manufakturen die traditionellen Produkte gefertigt werden, ist weit über die Landesgrenzen hinaus als Spielzeugwinkel bekannt und verzeichnet jährlich circa 400 000 Besucher. Doch trotz der Tatsache, dass die Volkskunst des Erzgebirges insbesondere zur Weihnachtszeit ein Publikumsmagnet ist, wird die Branche beispielsweise durch den demografischen Wandel, Landflucht und den Fachkräftemangel vor Herausforderungen gestellt. Allein in der DREGENO, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss der Drechsler und Holzspielzeugmacher, sind über 120 Mitgliedsbetriebe integriert. Insgesamt sind schätzungsweise rund 2000 Menschen im erzgebirgischen Kunsthandwerk tätig. Doch die Spielzeugmanufakturen sind zum Großteil Kleinstbetriebe, die ohne geeignete Nachfolger früher oder später ihre Türen schließen werden.
Um diesem Wandel entgegenzuwirken und das Fortbestehen des vielfältigen Kunsthandwerks in der Region Erzgebirge zu gewährleisten, wurde zum Jahresbeginn 2020 das Projekt DENKSTATT Erzgebirge ins Leben gerufen. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die erzgebirgische Volkskunst weiterentwickeln wird. Des Weiteren steht im Raum, wie die Region und die Tätigkeit im Kunsthandwerk attraktiv gestaltet werden können und wo neue Konzepte hinsichtlich Design, Marketing und Vertrieb gefragt sind. Das Ziel ist es, junge Leute für das Handwerk, die Tradition und die Umgebung zu begeistern und somit den Fortbestand der erzgebirgischen Volkskunst zu sichern. Unter der Leitung des Holzspielzeugmachermeisters Wolfgang Braun soll das auf eine Laufzeit von fünf Jahren ausgelegte Projekt zur Sicherung der nächsten Generation von Kunsthandwerkern beitragen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 56 des DrechslerMagazins.

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