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Hängeteelicht aus einem Banksiazapfen

Werkbericht von Jens Holtkamp

Gerade in der dunklen Jahreszeit ist es schön, ein Licht anzuzünden und somit eine wohlige Atmosphäre im Haus zu schaffen. Nachfolgend möchte ich Ihnen die Fertigung eines Hängeteelichts zeigen, das durch die Kombination des strukturierten Banksiazapfens und dem fein geschliffenen Eschenholz eine besondere Optik erzielt.
Banksiazapfen wachsen an immergrünen Sträuchern und Bäumen in Australien. Es gibt verschiedene Arten und somit auch verschiedene Zapfenformen. Der größte ist der Banksia Grandis, der in vielen Geschäften für Drechselbedarf oder auch im Internet gehandelt wird. Er lässt sich wie Holz sägen und schleifen und kann mit Drechselwerkzeugen bearbeitet werden. Bei der Bearbeitung wird jedoch sehr viel Staub erzeugt, weshalb Sie beim Drechseln zusätzlich zur Schutzbrille auch unbedingt einen Atemschutz tragen sollten.
Um für dieses Hängeteelicht einen besonders langen Kegel herstellen zu können, habe ich mir einen großen Zapfen mit einem Durchmesser von rund 85 mm und einer Länge von circa 250 mm ausgesucht. Ein Eschenbrett habe ich vorher auf die Dicke von 15 mm gehobelt. Es wird ein Holzstück mit den Abmessungen 250 x 250 x 15 mm benötigt. Für die Aufhängung habe ich ein Edelstahldrahtseil mit 1 mm Durchmesser verwendet. Die meisten Baumärkte führen nur 2 mm dicke Stahlseile, diese sind aber optisch zu dick und außerdem zu steif, um die für die Aufhängung benötigten engen Schlaufen biegen zu können.

  1. Ein Glaseinsatz für das Teelicht sieht edel aus und zaubert zudem ein schöneres Licht als ein Teelicht im Alubehälter. Von dem Edelstahldrahtseil werden 2,1 m benötigt, wenn das fertige Hängeteelicht an einer Gardinenstange aufgehängt werden soll. Je nachdem wo Sie das Licht später anbringen möchten, kann die Aufhängung natürlich entsprechend länger gefertigt werden.
  2. Zuerst habe ich die Enden des Zapfens abgesägt, um ihn besser einspannen zu können. Eine gute Hilfe ist dabei die Spannzange an meiner Hobelbank, in der ich solche Zapfen festklemmen kann.
  3. Nun wird der Zapfen zwischen den Spitzen eingespannt, das breite Ende an der Reitstockseite und die Zapfenspitze mit dem Mitnehmer. Dabei verwende ich einen Mehrzackmitnehmer und eine mitlaufende 13-mm-Mehrzackspitze, jeweils mit gefederter Spitze. Diese drücken sich nur wenige Millimeter in den Zapfen hinein und hinterlassen keine tiefen Kerben.
  4. Nun wird der Zapfen vorgeschruppt. Belassen Sie jedoch 3 bis 4 cm des breiten Endes unbearbeitet, um die natürliche Struktur bis zum Schluss zu erhalten.
  5. Auf der schmaleren Seite wird ein Spannzapfen passend zu den vorhandenen Spannzangen angedreht. In meinem Fall hat der Zapfen einen Durchmesser von 38 mm.

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Im DrechslerMagazin Ausgabe 44 / Sommer 2018 finden Sie den vollständigen Artikel.

 

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