Andreas Grün – Präzision trifft Leidenschaft
Mein Name ist Andreas Grün, ich bin 64 Jahre alt und blicke heute auf rund dreißig Jahre Erfahrung an der Drechselbank zurück. Mein Berufsleben war von 43 Jahren im Polizeidienst geprägt, wobei ich die letzten zehn Jahre als Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Hessen tätig war. Es war zu Beginn der Neunzigerjahre, als ich meine Leidenschaft für das Drechseln entdeckte. Alles begann damals in einer kleinen Kellerwerkstatt an einer semi-professionellen Drechselbank der Marke Okken. Ich habe nie einen klassischen Drechselkurs besucht; als bekennender Autodidakt habe ich mir das Handwerk, natürlich auch begleitet von einigen Rückschlägen, vorwiegend selbst beigebracht. In dieser Anfangszeit wurde ich von einem befreundeten Schreiner unterstützt. Mit ein paar Fachbüchern und einer sehr überschaubaren Anzahl von Drechseleisen begann ich, die ersten kleinen Schalen und Kerzenständer zu drehen. Das einzige Futter, das mir damals zur Verfügung stand, war die der Maschine zugehörige Planscheibe.
Nach dem Bezug unseres Einfamilienhauses, das über eine Doppelgarage und einen angeschlossenen kleinen Werkstattraum verfügt, bot sich mir die Gelegenheit, meinen Maschinenpark und die Ausstattung grundlegend zu erweitern. Heute zählt eine beachtliche Auswahl an Stationärmaschinen zu meiner Grundausstattung: Eine Scheppach Bandsäge BASA 4, eine Frommia Präzisionskreissäge (Baujahr 1969), eine Kity Tischfräse sowie eine Rojek Abricht- und Dickenhobelmaschine. Die alte Okken-Drechselbank wurde nach geraumer Zeit durch eine Record Power Coronet Herald ersetzt. Mit dieser Bank war ich über Jahre hinweg sehr zufrieden, da sie für ihre Größe eine bemerkenswerte Laufruhe aufwies und ein sehr präzises Arbeiten ermöglichte. Da meine Objekte jedoch immer größer und massiver wurden, entschloss ich mich schließlich zum Erwerb einer größeren Bank. Nach langer Überlegung und dem Abwägen der Platzverhältnisse fiel meine Wahl auf die Stratos FU 230 mit Bettverlängerung und Außendrehvorrichtung. Diese Investition versetzte mich in die Lage, auch deutlich größere, längere und schwerere Objekte sicher zu realisieren.
Die konsequente Einhaltung der handwerklichen Grundregeln, besonders im Bereich Sicherheit und Werkzeugführung, ist für mich das Fundament meiner Arbeit. Sie ist der Schlüssel zur Fehlervermeidung und die Grundvoraussetzung für Freude und Erfolg an der Drehbank. Neue Techniken und Arbeitsweisen habe ich mir in den letzten Jahren vermehrt über YouTube-Tutorials angeeignet, was ich als eine hervorragende Ergänzung empfinde, um sich inspirieren zu lassen und Neues zu entdecken. Als Mitglied des Rhein-Main-Drechselstammtisches profitiere ich zudem von den praktischen Nachmittagen der Stammtischgemeinde, bei denen verschiedenste Arbeitsweisen dargeboten werden und ein reger fachlicher Austausch stattfindet. Darüber hinaus bin ich Mitglied im Verein „Die Rundmacher“ mit Sitz im hessischen Wetzlar, der sich der Förderung des Drechselhandwerks verschrieben hat. Mit einem eigenen Laden und einer Werkstatt in der Wetzlarer Innenstadt finden dort regelmäßig Vorführungen und Kurse statt. Ein Teil der Mitglieder unseres Stammtisches engagiert sich zudem ehrenamtlich im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach. Auch ich bin sehr gerne in der dortigen historischen Drechselwerkstatt tätig, um den interessierten Besuchern das Handwerk näherzubringen. Gedrechselt wird im Hessenpark an zwei alten Maschinen der Marke Heyligenstaedt (Baujahr 1947). Diese zwei gusseisernen Schwergewichte sind heute mit Frequenzumrichtern für eine stufenlose Drehzahlregulierung ausgestattet und stehen modernen Profimaschinen in nichts nach. Robustheit und Laufruhe sind nur zwei der herausragenden Eigenschaften dieser „Dinosaurier“.
Du möchtest weiterlesen? In der Ausgabe 75 des DrechslerMagazins findest Du den ganzen Artikel.






Steckbrief
Name:
Moritz Schmidtke
Ich drechsle seit:
1990
Meist verwendete Holzarten:
Kirsche, Esche, Ulme, Eiche, Robinie, Obsthölzer
Meine Werkstattgröße in m²:
15 m²
Die drei meist benutzten Drechselwerkzeuge:
Meißel, Schalenröhre, Formröhre
Weitere Maschinen in meiner Holzwerkstatt:
Bandsäge, Kreissäge, Hobel/Dickenmaschine, Tischfräse, Kappsäge
Mein ausgeübter Beruf ist/war:
Polizeibeamter, die letzten 7 Jahre bis zur Pension Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Hessen
Meine Homepage:
–
PLZ / Ort:
35325 Mücke
Schwerpunkt meiner Projekte:
Schalen, Dosen, Gewürzmühlen, Küchenhelfer, Kugeln
Kursteilnahme bei folgenden Drechslern:
–
Modell der Drechselbank bzw. Drechselbänke:
Drechselmeister Stratos FU230
Ich schärfe meine Drechselwerkzeuge:
Tormek T8, Sorby Pro Edge, Metabo-Doppelschleifer
Sonstige Tätigkeiten mit Holz:
Massivholz-Möbelbau
Regelmäßig trifft man mich beim Drechsler-Stammtisch:
Rhein-Main-Stammtisch