PRAXIS

Dose mit Bajonettverschluss

Werkbericht von Armin Dietz

Schon während meiner Berufsschulzeit hörte ich einige Mitschüler darüber berichten, dass sie Holzdosen mit Bajonettverschluss hergestellt hatten – damals wurden Drechsler und Schreiner gemeinsam unterrichtet. Fasziniert habe ich ihren Berichten gelauscht, dies aber bald wieder vergessen, da ich ohnehin nicht die Möglichkeit hatte, so etwas umzusetzen. Erst viel später, als ich selbst mit dem Drechseln begonnen hatte, kam mir der Bajonettverschluss wieder in den Sinn. Dennoch hat es viele Jahre gedauert, bis ich den Vorsatz in die Tat umsetzte und meine erste Dose mit einem entsprechenden Verschluss herstellte. Meine Vorgehensweise möchte ich in diesem Artikel beschreiben. Die Gestaltung der Dose habe ich eher schlicht gehalten, um die Verschlusstechnik in den Vordergrund zu stellen.

  1. Für den Rohling fiel die Wahl auf ein lange abgelagertes Stück Olivenholz, das mir ein Freund einmal aus Griechenland mitgebracht hatte.
  2. Zunächst schneide ich aus dem Stück Olivenholz einen Querholz-Rohling von ca. 100 x 100 x 90 mm und kappe die Ecken mit der Bandsäge.
  3. Das Holz soll mit einem Schraubenfutter aufgenommen werden, weshalb ich eine 10-mm-Bohrung mit ca. 20 mm Tiefe im Zentrum des Rohlings einbringe.
  4. Die Schraube wird in meinem Fall im Backenfutter aufgenommen und der Rohling bis zu den Backen aufgedreht.
  5. Zunächst wird die Außenform rundgeschruppt und dann die spätere Unterseite der Dose plan gedreht.
  6. In die Unterseite drehe ich jetzt einen Rezess, um das Werkstück in die Spannbacken meines Futters aufnehmen zu können. Für einen sicheren Halt sollten die Backen möglichst formschlüssig sitzen. Jetzt kann ich den Boden der Dose bereits feinschleifen und das Werkstück anschließend umspannen.

Sie möchten weiterlesen? Im DrechslerMagazin Ausgabe 45 / Winter 2018 finden Sie den vollständigen Artikel.