Zufriedenheit - Gelassenheit - Leichtigkeit

Zufriedenheit - Gelassenheit - Leichtigkeit

Nach dem letzten großen Frustsägen ist nun bereits wieder eine Weile vergangen. Letztes Wochenende war nichts mit sägen, da ich ein aufregendes Wochenende mit meinen Kindern in München verbracht habe. Meine Jungs waren 2 der glücklichen 500 Kinder, die für die Talenttage des FC Bayern Münchens ausgelost wurden. Für meine 2 Fussballbesessenen Söhne ein Erlebnis, dass sie nicht mehr vergessen werden. Nun leider blieb für sie nur 1 Woche Zeit von ihrer Fussballkarriere bei Bayern München zu träumen, so erhielten sie gestern bereits die lieb geschriebene Absage, dass sie nicht zu den Kindern gehören, die zu einem Probetraining kommen dürfen.

Die wohl erste große Enttäuschung in ihrem Leben. Auf einmal plagt mich das schlechte Gewissen, dass ich genau dieses Wochenende nicht bei meinen Kindern sein kann. Wäre es besser gewesen sie nie anzumelden, um eine Enttäuschung zu vermeiden? Tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf. Das ganze sollte doch nur ein Spaßausflug werden und nicht in einer Enttäuschung enden. So guck ich auf den kleinen Zettel, geknüpft an einen geplatzten Ballon, den ich heute morgen beim Gassi gehen gefunden habe, mit den Worten: "Zufriedenheit, Gelassenheit, Leichtigkeit". (Das letzte Mal als ich einen solchen Zettel fand, wünschte mir ein Mädchen ein Auto, und einen Monat später hatte ich ein neues Auto! Na gut, selbst bezahlt, aber ein neues Auto ;) Also zurück zu "Zufriedenheit, Gelassenheit, Leichtigkeit". Die sollte ich mir nun wohl zu Herzen nehmen. Sehrwahrscheinlich hüpfen meine 2 Kinder sowieso gerade quitsch vergnügt beim Papa im Haus herum und verschwenden keinen Gedanken an ihre Absage. Ich stattdessen zermürbe mir hier als überfürsorgliche Mama den Kopf. Nun, ich denke ein wenig Ablenkung wäre jetzt genau das Richtige. Was gäbe es da besseres als meine Dekupiersäge!

Die Hitze ist mittlerweilen wieder zurückgekehrt. Zwischen 30 und 40 Grad soll es heute werden. So sollte ich wohl die morgendlichen Stunden nutzen. Alles draußen aufgebaut, bin ich schon klatsch nass geschwitzt. Sogar mein Hund zieht es heute vor, drinnen zu bleiben.

Nach dem letzten Blumen-Frust, habe ich ein paar einfachere Motive kreiert. Vier einfache Fische zum üben. Perfekt. Ich bereite die Vorlagen vor. Aus Mangel an blauem Malerkrepp, klebe ich das durchsichtige Paketband aufs Holz. Scheint ja auch zu gehen. Heute teste ich das Sägeblatt Nr. 7 mit Gegenzahnung von Niqua. Ich denke, dass das Sägeblatt Nr. 1 für die Blume, doch zu dünn und zu labil war. Ist ja immer einfacher etwas anderem, als einem selbst die Schuld zu geben ;)

Hier sehe ich nun auch die Richtung der Zähne besser, was das Einspannen um einiges erleichtert. Nun ja, inzwischen habe ich jedoch auch bemerkt, dass die Sägeblätter an einem Ende eine Kerbe aufweisen, als kleiner Hinweis, dass dieser Teil nach oben gehört. Kann ich ja auch nicht erahnen!

Ich starte wieder mit der Wellenlinie und der Zickzacklinie, als Probeschnitte. Die Geschwindigkeit stelle ich auf 800. Beim letzten Winkel der Zickzacklinie verlangsame ich für die Drehung auf 400 und siehe da, das ging um einiges besser.

Nun aber zu den Fischen. Ich starte mit Geschwindigkeit 400. Das Laubsägeblatt arbeitet sich laaaangsam vor. Ich habe ja schon gesagt, dass ich nicht viel Geduld habe, also Geschwindigkeit hoch auf 900. Okay, okay, ich realisiere sehr schnell, dass dies noch zu schnell für mich ist. So drehe ich zurück auf 500 und übe mich in Geduld. Was sage ich immer meinen Klavierschülern: “Bevor du es nicht langsam kannst, hast du keine Chance es schnell zu spielen.” Nun ja zu Klugscheißern ist immer einfacher als es selbst zu Herzen zu nehmen.

Beim dritten Fisch werde ich so langsam müde und beginne mich zu verzetteln. Dabei realisiere ich, daß es besser geht, der Linie zu folgen, wenn sich das Motiv rechts vom Sägeblatt befindet. So geht das vierte und letzte Fischlein schon wieder besser.

Nun noch die Augen. Ich nehme den Akkubohrer, der fröhlich in der Sonne brutzelte in die Hand und verglühe mir beinahe die Finger. Die Löcher gebohrt, halte ich es nun kaum noch draußen aus. Das Thermometer hat bestimmt bereits die 40-Grad-Grenze erreicht. Bereits 12 Uhr mittags beschließe ich, ein paar Stunden Pause zu machen, bis der Schatten auf der Seite des Hauses ankommt und es hoffentlich ein bißchen erträglicher wird. Ein kalter Smoothie klingt nun gerade wunderbar. Kaum zu glauben, dass ich mal 3 Monate lang bei dieser Hitze mit einem 1- und einem 4-jährigen Kind in einem VW-Campervan unterwegs war. Das war übrigens eine meiner besten Zeiten meines Lebens.

Nun ist es 18 Uhr, immernoch ziemlich heiß aber zumindest schattig. So mache ich mich an die letzten Schnitte an der Dekupiersäge. Sägeblatt in die jeweiligen Löcher einfädeln und Augen aussägen. Ich arbeite mit Geschwindigkeit 500. Dies klappt wunderbar. Schwupps liegen alle vier Fische bereit zum schleifen. Und siehe da, heute sogar ohne Kanonenschüsse.

Heute muss ich sagen, hat das Sägen richtig Spaß gemacht und ich habe viel dazu gelernt. So waren Sägeblatt Nr. 7 mit Geschwindigkeit 500 und Motiv rechts von Sägeblatt die optimale Kombination. Zwar muss ich noch intensiv dran arbeiten, nach Ecken und Drehungen gerade auf der Linie weiterzufahren, aber ich bin zuversichtlich. Selbst beim Schleifen habe ich realisiert, daß ich das Hauptmerkmal auf die zerrissene Kante legen muss. Ein bisschen die Oberfläche, aber vorallem die Kante, sodass eine schöne Fase entsteht.

Zufrieden und glücklich begebe ich mich nun vor den Fernseher und erhole mich von der Hitze.
Falls Ihr die Fische ebenfalls aussägen wollt, die gibt es übrigens als kostenlose Laubsägevorlage zum Download auf der Internetseite von FEINSCHNITTkreativ.

1 Comments

    • Avatar
      Holger
      Aug 3, 2015

      Hallo Sarah, ein wirklich unterhaltsames Tagebuch. Ich bin jetzt schon ein großer Fan von Deinen Laubsägearbeiten!

Leave a Reply

* Name:
* E-mail: (Not Published)
   Website: (Site url withhttp://)
* Comment:
Type Code

Verkaufshits

Neue Artikel

Sonderangebote

PayPal